Betäu­bung beim Täto­wie­ren – War­um wir dar­auf ver­zich­ten

Das The­ma Betäu­bung und schmerz­freie Tat­toos kommt immer häu­fi­ger auf. Auch wir wur­den in der Ver­gan­gen­heit über Nach­rich­ten und beson­ders über Social Media mehr­fach damit kon­fron­tiert.

Vom Gesetz her ist es uns unter­sagt, Betäu­bun­gen jeg­li­cher Art zu ver­wen­den oder anzu­bie­ten. Grund­sätz­lich ver­ste­hen wir natür­lich, dass Schmer­zen unan­ge­nehm sind und auch Stress für den Kör­per bedeu­ten. Den­noch gibt uns Schmerz wich­ti­ge Anhalts­punk­te beim Ste­chen eines Tat­toos. Für uns ist es ent­schei­dend zu sehen, wie der Kör­per reagiert. Schmerz zeigt uns, wann ein Limit erreicht wird. Er ist auch ein Schutz- und Warn­si­gnal, um nicht über die eige­nen Gren­zen hin­aus­zu­ge­hen. Auch an der Haut selbst mer­ken wir, wann die­se Gren­ze erreicht ist. Die Haut ver­dich­tet sich und nimmt irgend­wann weni­ger Far­be auf, wodurch spä­ter mehr nach­ge­sto­chen wer­den müss­te.

Bei einer Betäu­bungs­sal­be ver­schwin­det der Schmerz zwar zunächst, bringt aber ande­re Nach­tei­le mit sich. Wenn die Betäu­bung nach­lässt, kommt der Schmerz oft plötz­lich und stär­ker zurück, anstatt sich lang­sam auf­zu­bau­en. Zudem kann die Sal­be die Haut auf­wei­chen und sie wird dann teil­wei­se wie nas­ses Papier. Lini­en wer­den dadurch weni­ger klar und kön­nen aus­fran­sen. Das bedeu­tet letzt­lich einen Qua­li­täts­ver­lust.

Bei sehr gros­sen Pro­jek­ten, zum Bei­spiel einem Rücken­mo­tiv, wird teil­wei­se sogar mit Voll­nar­ko­se gear­bei­tet, wäh­rend meh­re­re Künst­ler gleich­zei­tig täto­wie­ren. Dabei wird die gesam­te Wahr­neh­mung des Kör­pers aus­ge­schal­tet. Jede Voll­nar­ko­se birgt Risi­ken für den Orga­nis­mus und soll­te nicht unter­schätzt wer­den. Bei einer Ope­ra­ti­on kann die­ses Risi­ko sinn­voll sein, für ein Tat­too erscheint es uns jedoch unver­hält­nis­mäs­sig. Es gab bereits Todes­fäl­le in Gross­bri­tan­ni­en und Ita­li­en, die in den Medi­en nur kurz erwähnt wur­den.

Beson­ders gros­se Pro­jek­te brau­chen Zeit. Die­sen Pro­zess mit all dem Auf­wand, der Zeit und auch dem Schmerz zu durch­lau­fen, gehört für uns dazu. Man wächst an die­ser Erfah­rung und ver­dient sich das Ergeb­nis auf eine gewis­se Wei­se. Wer sich betäu­ben lässt, egal ob mit Sal­be oder Nar­ko­se, nimmt eine Abkür­zung.

Das Täto­wie­ren bleibt ein Hand­werk – eines, an dem auch wir wach­sen. Von Pro­jekt zu Pro­jekt. Dar­um: Trust the pro­cess.

Es bringt nichts, etwas zu über­stür­zen, nur damit es bis zu den Feri­en fer­tig ist. Je mehr Zeit wir uns für ein Werk neh­men, desto schö­ner wird es. Manch­mal macht es auch Sinn, nach der ersten Hei­lung noch­mals dar­an zu arbei­ten, das macht dein Tat­too am Ende nur bes­ser.

Ein Tat­too ent­steht immer mass­ge­schnei­dert. Es soll dich, dei­ne Per­sön­lich­keit und dei­ne Geschich­te reprä­sen­tie­ren. Es ist etwas Dau­er­haf­tes, das dich dein Leben lang beglei­tet. Und genau des­halb soll­te der Kun­de wach sein und jeden Schritt bewusst mit­er­le­ben.